Das Projekt
Der Vollguss von Torsos ist eine filigrane und aufwändige Arbeit. Die Technik ist wenig verbreitet und wird normalerweise nur in Museen angewendet. Dennoch ist diese Technik für die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Brustkrebs der geeignete Weg, denn so wird der Körper in seinen ganzen Dimensionen und Proportionen lebendig und gestaltbar.
1. Von den Modellen wird ein vollständiger Körperabdruck vom Halsansatz bis ungefähr Bauchnabelhöhe genommen. Dieses geschieht mit Hilfe spezieller Gipsbinden, die besonders gut die differenzierte Hautoberfläche abbilden. Die Modelle müssen während des Abformungsvorgangs für den Zeitraum von ungefähr einer Stunde möglichst ruhig in einer Haltung verharren und dürfen dabei nur flach ein- und ausatmen. Starke Veränderungen der Körperhaltung während des Abformungsprozesses lassen die Gipshülle zerbrechen.
2. Nach dem Aushärten der Gipshülle wird die so entstandene Negativform vom Körper abgenommen und für den Vollguss vorbereitet. Dazu werden die Armstümpfe verschlossen und die Ränder versäubert.
3. Nachdem die Negativform vollständig getrocknet ist, wird sie in einer Spezialform mit 35 bis 50 kg eines besonders feinen, schlagfesten Alabastergipses ausgegossen. Die Negativform wird in der Spezialform gestützt, so dass die Negativform nicht aufplatzen kann.
4. Nach dem Abbinden des Gipses kann die gegossene, positive Form aus ihrer bisherigen Gipshülle entnommen werden. Nach dem vollständigen Austrocknen des Torsos, das je nach Raumtemperatur etwa vier bis fünf Wochen in Anspruch nimmt, kann der Torso geschliffen und von den Künstler/innen weiter bearbeitet werden.
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